Von den vielen Glucosebestimmungen wurden hier vier ausgewählt, an denen deren grundsätzliche Unterschiede deutlich werden. Anhand der Versuchsergebnisse kann man erkennen, daß das Resultat je nach Methode in der Genauigkeit variiert. Manche methodisch bedingten Fehler können durch andere Vorteile der Bestimmungsart in Kauf genommen werden.
Beim Polarimeter werden beispielsweise große Probenvolumina mit hoher Zuckerkonzentration benötigt. Die verwendete Probe steht jedoch nach der Messung wieder unverändert zur Verfügung. Durch den geringen Geräteaufwand ist die Messung sehr einfach und schnell durchzuführen, wodurch die Kosten sehr niedrig bleiben. Allerdings ist das Ergebnis nicht sehr genau, da die Entscheidung, wann die Teilfelder der Halbschatteneinrichtung die gleiche Helligkeit besitzen, sehr subjektiv ist. Dadurch können dann auch größere Meßfehler entstehen.
Bei der Methode nach Luff-Schoorl wird dagegen die Probe vollständig umgesetzt, wodurch eine Weiterverwendung dieser unmöglich ist. Dennoch ist die Menge der "verlorenen" Lösung nicht sehr groß. Fehler schleichen sich auch häufig bei der Versuchsdurchführung ein. Das Erhitzen müßte stets unter gleichen Bedingungen erfolgen. Bei der Titration entstehen oft Fehler durch unsachgemäßes Arbeiten. Der Einsatz großer Chemikalienmengen führt nicht nur zu viel Abfall, es steigen auch die Kosten. Ein Nachteil dieser Methode ist sicherlich, daß sie nicht stoffspezifisch ist. Soll jedoch nur der Summenparameter der reduzierenden Stoffe ermittelt werden, ist dies nach Luff-Schoorl möglich.
Die enzymatischen Bestimmungsmethoden zeichnen sich besonders dadurch aus, daß sie substratspezifisch sind. Sowohl beim GOD-Test, als auch der Hexokinase-Methode hat sich gezeigt, daß durch sie nur die Glucose umgesetzt wird. Obwohl nur sehr geringe Mengen der Probe benötigt werden, bieten die Bestimmungen eine hohe Präzision. Durch sogenannte Enzymgifte kann die Messung allerdings beeinflußt werden. Die teuren Enzyme besitzen eine geringe Stabilität. Deshalb sind sie nur begrenzt lagerfähig. Es entsteht kaum "Abfall", da nur kleine Chemikalienmengen nötig sind. Enzymatische Bestimmungen sind gut für eine Automatisierung geeignet, wenn Serienmessungen durchgeführt werden sollen.
Jede Methode besitzt offensichtlich viele Vor- und Nachteile. Die Eignung hinsichtlich der quantitativen Glucosebestimmung im Beisein der Zucker Fructose und Saccharose sollte in dieser Facharbeit untersucht werden.