2.2.4 Hexokinase-(HK)-Methode

Neben vielen weiteren enzymatischen Bestimmungsmethoden wird die
sogenannte Hexokinase-Methode (HK) verwendet.

2.2.4.1 Grundprinzip der HK-Methode

Das Enzym Hexokinase setzt Hexosen und Adenosintriphosphat (ATP) zu
Hexose-6-phosphat und Adenosindiphosphat (ADP) um:

Reaktionsgleichung für Glucose:

                                   Hexokinase
D-Glucose  +  ATP ----------------> G-6-P  +  ADP
 
 
ATP = Adenosintriphosphat
G-6-P = Glucose-6-phosphat
ADP = Adenosindiphosphat
Das Nicotinamid-adenin-dinucleotid-phosphat (NADP+) dehydriert anschließend
in Gegenwart des Enzyms Glucose-6-phosphat-dehydrogenase (G6P-DH) das ent-
standene Glucose-6-phosphat zu D-Gluconat-6-phosphat unter Bildung des redu-
zierten Nicotinamid-adenin-dinucleotid-phosphat (NADPH).

                                  G6P-DH
G-6-P  +  NADP+  ----------------> D-Gluconat-6-phosphat  +  NADPH  +  H+
 
NADP+ = Nicotindiamid-adenin-dinucleotid-phosphat, oxidierte Form
G6P-DH = Glucose-6-phosphatdehydrogenase
NADPH = Nicotinamid-adenin-dinucleotid-phosphat, reduzierte Form

Es entsteht der Reaktionsgleichung zufolge eine der Ausgangsmenge an D-Glucose
äquivalente Stoffmenge NADPH, die mit dem Photometer bestimmt werden kann,
da NADPH im Gegensatz zu  NADP+ bei 340 nm ein Absorptionsmaximum besitzt.

2.2.4.2 Durchführung

Zur Herstellung des Analysenpuffers wurden 14,0 g Triethanolamin*HCl in 95 ml Wasser
gelöst und mit Natronlauge auf pH 7,6 , dem pH-Optimum der Enzym reaktionen, einge-
stellt. Zudem wird eine NADP+-Lösung der Konzentration 10 mg/ml und eine ATP-Lösung
mit 300 g Adenosin-5-triphosphat-Dinatriumsalz und 300 mg Natriumhydrogencarbonat
(NaHCO3) in 6 ml Wasser angesetzt. Die beiden an der Reaktion beteiligten Enzyme wer-
den in Form einer fertigen Enzymsuspension verwendet, in der 2 mg Hexokinase/ml und
1 mg Glucose-6-phosphat-dehydrogenase/ml in einer 3,2 molaren Ammoniumsulfatlösung
vorliegen.

Anschließend werden 1,00 ml der Pufferlösung, 0,10 ml der NADP+-Lösung, sowie
0,10 ml der ATP-Lösung in Küvetten pipettiert und gut durchmischt. Von einer Glucose-
standardlösung mit Co= 1 mg/ml werden in eine Küvette 0,05 ml gegeben. Nachdem die
Lösung noch mit 1,95 ml Wasser auf 3,2 ml Gesamtvolumen (Lösung 1) versetzt wurde,
wird nach etwa 3 Minuten die Lichtmarke des Photometers auf die Extinktion 0 für diese
Lösung eingestellt. Nun kann mit der eigentlichen Messung begonnen werden. Mit der
Zugabe von 0,02 ml der Enzymsuspension (HK + G6P-DH), wird die Reaktion gestartet.
Die Extinktionen werden in Abständen von je 1 Minute gemessen.

Genauso wird einem 2. Ansatz verfahren, dessen Glucosekonzentration doppelt so groß ist.
Nun werden in die Küvette 0,1 ml Standardlösung und 1,9 ml Wasser gegeben (Lösung2);
die Messung wird wie oben ausgeführt.

2.2.4.3 Ergebnisse

Wenn sich nach einiger Zeit ein konstanter Extinktionswert eingesellt hat, so ist zu erwarten,
daß die Extinktion der Lösung 2 den doppelten Betrag von der der Lösung 1 besitzt, da
Lösung 2 mit der zweifachen Glucosekonzentration die zweifache Lichtabsorption bewirken
müßte.

Wie im Diagramm deutlich wird, stimmt die Theorie mit der Praxis recht gut überein.

Die Extinktionsänderung der Lösung 2 beträgt 0,601 - ungefähr das Doppelte der Änderung
der Lösung 1: 0,310. Auch hier liegt die Vermutung nahe, daß Konzentration und Extinktion
direkt proportional zueinander sind.

Kapitel 2.2.4.4 Einfluß von weiteren Zuckern

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