2.2.2.4 Einfluß von weiteren Zuckern

Grundlage der Bestimmung nach Luff-Schoorl ist die reduzierende Wirkung der
Glucose. Folglich ist anzunehmen, daß weitere reduzierende Zucker ebenso wie
die Glucose in der Lage sind, Cu2+ zu Cu+ zu reduzieren. Ihre Konzentration muß
also auf die gleiche Weise bestimmt werden können.

Fructose

Ketone selbst sind nicht reduzierend. Da die Luffsche Lösung jedoch alkalisch ist,
stellt sich über die bereits in 2.1.2 erwähnte Endiolform bei Fructose ein Gleich-
gewicht  mit der reduzierenden Aldehydform der Glucose ein, wodurch die reduk-
tometrische Bestimmung ermöglicht wird. Zur Klärung wird die Methode nach
Luff-Schorl mit zwei Lösungen, die gleichzeitig Glucose und Fructose enthalten,
wie oben beschrieben durchgeführt:
 
 
Lösung 1 2
c(Glucose) 0,4 Co 0,4 Co
c(Fructose) 0,2 Co 0,4 Co
Verbrauch Thiosulfatlsg 
(in ml)
14,4 11,0
Differenz d zum Maximal- 
verbrauch (in ml)
10,5 13,9
Saccharose

Saccharose ist als Vollacetal ein nichtreduzierender Zucker. Da die alkalische
Luffsche Lösung Saccharose nicht hydrolisieren kann, dürfte dieser Zucker nicht be-
stimmbar sein. Deshalb wurde der gleiche Versuch wie bei der Fructose durchgeführt:
 
 
Lösung 1 2
c(Glucose) 0,4 Co 0,4 Co
c(Saccharose) 0,2 Co 0,4 Co
Verbrauch Thiosulfatlsg 
(in ml)
17,7 17,4
Differenz d zum Maximal- 
verbrauch (in ml)
7,2 7,5
Dabei ergeben sich geringe Abweichung zum Verbrauch der "reinen" Glucoselösung.


 

 

2.2.2.5 Auswertung

Mit der Methode nach Luff-Schoorl werden alle reduzierenden Zucker einer Probe-
lösung summarisch bestimmt. Soll die Konzentration eines bestimmten Zuckers er-
mittelt werden, ist dies nur möglich, wenn in der alkalischen Lösung keine weiteren
reduzierenden Zucker enthalten sind. Ist dieses nicht der Fall, sind z.B. Glucose und
Fructose in einer Lösung und die Konzentration beider unbekannt, so kann nur der
Summenparameter festgestellt werden.

Kapitel 2.2.3 Glucose-Oxidase-(GOD)-Methode

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