Grundlage der Bestimmung nach Luff-Schoorl ist die reduzierende Wirkung
der
Glucose. Folglich ist anzunehmen, daß weitere reduzierende Zucker
ebenso wie
die Glucose in der Lage sind, Cu2+ zu Cu+ zu
reduzieren. Ihre Konzentration muß
also auf die gleiche Weise bestimmt werden können.
Fructose
Ketone selbst sind nicht reduzierend. Da die Luffsche Lösung jedoch
alkalisch ist,
stellt sich über die bereits in 2.1.2 erwähnte
Endiolform bei Fructose ein Gleich-
gewicht mit der reduzierenden Aldehydform der Glucose ein, wodurch
die reduk-
tometrische Bestimmung ermöglicht wird. Zur Klärung wird
die Methode nach
Luff-Schorl mit zwei Lösungen, die gleichzeitig Glucose und Fructose
enthalten,
wie oben beschrieben durchgeführt:
| Lösung | 1 | 2 |
| c(Glucose) | 0,4 Co | 0,4 Co |
| c(Fructose) | 0,2 Co | 0,4 Co |
| Verbrauch Thiosulfatlsg
(in ml) |
14,4 | 11,0 |
| Differenz d zum Maximal-
verbrauch (in ml) |
10,5 | 13,9 |
Saccharose ist als Vollacetal ein nichtreduzierender Zucker. Da die
alkalische
Luffsche Lösung Saccharose nicht hydrolisieren kann, dürfte
dieser Zucker nicht be-
stimmbar sein. Deshalb wurde der gleiche Versuch wie bei der Fructose
durchgeführt:
| Lösung | 1 | 2 |
| c(Glucose) | 0,4 Co | 0,4 Co |
| c(Saccharose) | 0,2 Co | 0,4 Co |
| Verbrauch Thiosulfatlsg
(in ml) |
17,7 | 17,4 |
| Differenz d zum Maximal-
verbrauch (in ml) |
7,2 | 7,5 |
2.2.2.5 Auswertung
Mit der Methode nach Luff-Schoorl werden alle reduzierenden Zucker einer
Probe-
lösung summarisch bestimmt. Soll die Konzentration eines bestimmten
Zuckers er-
mittelt werden, ist dies nur möglich, wenn in der alkalischen
Lösung keine weiteren
reduzierenden Zucker enthalten sind. Ist dieses nicht der Fall, sind
z.B. Glucose und
Fructose in einer Lösung und die Konzentration beider unbekannt,
so kann nur der
Summenparameter festgestellt werden.