2.2.2.1 Grundprinzip dieser reduktometrischen Methode
Eine weitere Möglichkeit die Konzentration einer Glucoselösung
zu bestimmen bietet
die Methode nach Luff-Schoorl.
Im Gegensatz zur Polarimeterbestimmung bruht die Messung auf einer reduktometrische
Reaktion.
Reduzierende Zucker können Cu2+ -Ionen zu Cu+
reduzieren, während sie selbst oxidiert werden.
reduzierender Zucker
2 Cu2+ + H2O + 2 e- ---------------------------->
Cu2O + 2 H+
Cu2O fällt als Niederschlag aus
Diese Eigenschaft wird ausgenutzt, indem die Glucoselösung mit
einer definiert hergestellten
Kupfer(II)-Ionen-haltigen, carbonatalkalischen Lösung (Luffsche
Lösung) versetzt und erhitzt
wird. Die reduzierten Kupferionen fallen dann als Cu2O aus.
Nun wird der noch vorhandene
Überschuß an Cu2+-Ionen iodometrisch bestimmt.
Sie bilden aus im Überschuß zugesetztem
Kaliumiodid zuerst CuI2, bevor daraus das unlösliche
CuI und I2 entstehen.
2 Cu2+ + 4 I- ------> 2 CuI2
-------> 2 CuI + I2
Die Iodmoleküle werden anschließend durch S2O32-
zu I--Ionen reduziert.
I2 + 2 S2O32-
----------> 2 I- + S4O62-
Wenn eine Probelösung keine reduzierenden Substanzen enthält,
ist die Konzentration an
Kupfer(II)-Ionen maximal. Demnach entsteht auch eine maximale Menge
an I2, die den den
höchstmöglichen Verbrauch an Thiosulfat (S2O32-)
verursacht. Ist in der Probe dagegen
viel Glucose vorhanden, wird eine große Menge Cu2+
reduziert, d.h. es entstehen weniger
Iodmoleküle I2; der Verbrauch an S2O32-
ist geringer.
Folglich muß die Differenz d
von maximalem und dem bei der jeweiligen Probe festgestellten
Verbrauch ein Maß für den Gehalt an reduzierenden Substanzen
in der Probe sein.
2.2.2.2 Durchführung der Bestimmung
Wie bei der Polarimetermessung wird erneut eine Standardlösung
(Konzentration Co) von
250 ml angesetzt, in der 0,5 g Glucose gelöst sind. Von dieser
Lösung wird wieder eine
Verdünnungsreihe hergestellt, deren Konzentrationen 0 Co; 0,2
Co; ... ; Co betragen.
25 ml dieser Lösung werden mit 25 ml Luffscher Lösung versetzt,
bevor das Gemisch in
3 min. in einem mit einem Uhrglas abgedeckten Erlenmeyer-Kolben zum
Sieden gebracht
wird und genau 10 Minuten am schwachen Sieden gehalten wird. Danach
wird die Lösung
rasch abgekühlt, 3g Kaliumiodid zugesetzt und 20 ml einer 30%igen
Schwefelsäure schnell
und vorsichtig hinzugefügt. Daraufhin wird mit 0,1 molarer Thiosulfatlsg.
titriert, bis sich
eine hellgelbe Färbung einstellt, einige Tropfen einer Stärkelösung
dazugegeben und bis
zum Farbumschlag von blau (Iod-Stärke-Komplex) bis milchigweiß
weitertitriert. Der
Glucosegehalt kann nun wie oben bereits beschrieben aus der Differenz
des Meßer-
gebnisses zum Maximalverbrauch ernittelt werden.
2.2.2.3 Ergebnis
Gemäß der oben erwähnten Reaktionsgleichung müßte
die Differenz d direkt proportional zur
Glucosekonzentration der Probe sein. Tatsächlich ergibt sich annähernd
eine Proportionalität:
| Glucoselösung | 0 | 0,1 Co | 0,4 Co | 0,6 Co | 0,8 Co | Co |
| Verbrauch
(ml Thiosulfatlsg) |
24,9 | 21,7 | 17,8 | 14,6 | 11,0 | 6,9 |
| Differenz d zum
Maximalverbrauch (in ml) |
0 | 3,2 | 7,1 | 10,3 | 13,9 | 18,0 |