2.2.1.4 Einfluß von weiteren Zuckern

Fructose

Um den Einfluß von Fructose zu klären, wurde folgendermaßen vorgegangen:
In 4 Meßkolben wurden 10 ml (MK1), 20 ml (MK2), 30 ml (MK3) bzw. 40 ml (MK4)
Glucosestandardlösung gegeben. Dazu werden in jeden Meßkolben 5 ml einer Fructose-
lösung pipettiert, in der die Fructose in gleicher Stoffmengenkonzentration (Co) wie die
Glucose in der Standardlösung vorliegt. Jeder Meßkolben wird auf 50 ml mit Wasser
aufgefüllt und der Drehwinkel ermittelt.

Die Glucose- bzw. Fructosekonzentrationen betragen:
 
MK1 MK2 MK3 MK4
C(Glucose) 0,2 Co 0,4 Co 0,6 Co 0,8 Co
C(Fructose) 0,1 Co 0,1 Co 0,1 Co 0,1 Co
Drehwinkel/Grad -0,22  +3,08  +6,41 +9,99
Fructose dreht die Ebene des linear polarisierten Lichts nach links. Nach Zusatz der Fructose
wird die durch die Glucose verursachte Rechtsdrehung teilweise aufgehoben. Den resultierenden
Gesamtdrehwinkel kann man im untenstehenden Diagramm ablesen.

Saccharose

Der Zusatz der Saccharose wird analog der Fructose ausgeführt, wobei die Saccharose-
konzentration der Lösung ebenfalls Co beträgt.
 
 
MK1 MK2 MK3 MK4
C(Glucose) 0,2 Co 0,4 Co 0,6 Co 0,8 Co
C(Saccharose) 0,1 Co 0,1 Co 0,1 Co 0,1 Co
Drehwinkel/Grad +3,56 +7,99 +11,03 +14,77
Auch hierbei ändert sich der Drehwinkel. Diesmal um einen konstanten Wert nach rechts.

2.2.1.5 Auswertung und Erläuterung der Ergebnisse

Befindet sich in einer Probelösung nur der optisch aktive Zucker D-(+)-Glucose, kann er
mit dem Polarimeter quantitativ bestimmt werden. Sobald sich jedoch weitere optisch aktive
Zucker in der Lösung befinden, kann über die Glucosekonzentration keine Aussage mehr
gemacht werden, ausgenommen die Konzentrationen und damit die Drehwinkel der anderen
Zucker sind bekannt.

Kapitel 2.2.2 Bestimmung nach Luff-Schoorl

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