2.2 Verschiedene Methoden der quantitativen Bestimmung

Zu den vier Bestimmungen wird jeweils eine Glucosestandardlösung angesetzt. Deren
Konzentration ergibt sich für die jeweilige Methode aus Vorversuchen, die hier nicht
weiter erläutert werden. Die Fructose- bzw. Saccharoselösungen, deren Einfluß auf
die Messung untersucht wird, besitzen stets die gleiche Konzentration wie die ver-
wendete Standardlösung.

2.2.1 Bestimmung mit dem Polarimeter

Die erste Methode, die in dieser Facharbeit behandelt wird, ist eine Bestimmung auf
physikalischen Weg mit Hilfe eines Polarimeters.

2.2.1.1 Optische Aktivität als Grundlage der Messung

Optisch aktive Substanzen sind in der Lage, die Ebene linear polarisierten Lichts zu
drehen. Die Größe des Drehwinkels ist subtanzspezifisch und hängt unter gleichen
Versuchsbedingungen nur von der Konzentration der eingesetzten Probe ab. Dies
macht man sich zunutze, indem der Drehwinkel auf optische Weise bestimmt und
daraus die Konzentration des Stoffes errechnet wird. Da Glucose fünf asymmetrische
Kohlenstoffatome besitzt, folglich optisch aktiv ist, kann sie mit dem Polarimeter
bestimmt werden.

2.2.1.2 Durchführung der Konzentrationsbestimmmung

Nun soll die Konzentration einer Glucoselösung quantitativ bestimmt und die Beein-
trächtigung der Ergebnisse durch Zusatz weiterer Zucker geklärt werden.

Dazu wird eine Glucoselösung hergestellt, die bei dem verwendeten Polarimeterrohr
einen Drehwinkel von weniger als 180° Grad bewirkt, damit zwischen der Rechts- und
Linksdrehung eideutig unterschieden werden kann. Bei der folgenden Meßreihe wurde
eine Standardlösung angesetzt, deren Glucosegehalt 79,10 g/500 ml betrug.
Bevor die quantitative Bestimmung selbst jedoch durchgeführt werden kann, muß die
Lösung ca. 1 Tag stehengelassen werden, da Glucose in wässeriger Lösung die Er-
scheinung der Mutarotation zeigt. Zwischen der beim Lösen der kristallinen D-Glucose
entstandenen pyranoiden alpha- und ß-Form stellt sich im Laufe  des Tages ein Gleich-
gewicht ein, bei dem die ß-(+)-Glucose zu ca. 2/3 und die alpha-(+)-Glucose zu ca. 1/3
vorhanden ist (siehe 2.1.1). Nach Einstellung des Gleichgewichts wird eine Verdünnungs-
reihe mit den Konzentrationen 0,1 Co; 0,2 Co ; ... ; 0,9 Co ; Co erstellt, deren Drehwinkel
im Polarimeterrohr ermittelt wird.

2.2.1.3 Ergebnis

Dabei ergibt sich eine direkte Abhängigkeit des Drehwinkels von der Konzentration, die im
folgenden Diagramm deutlich wird:

Mit steigender Konzentration steigt erwartungsgemäß auch der Drehwinkel, der offensichtlich
der Konzentration direkt proportional ist.

Kapitel 2.2.1.4 Einfluß der weiteren Zucker

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